
Fünf Jugendliche sollen entlang der Traisentalbahn zahlreiche Straftaten begangen haben. Nach Ermittlungen wurden sie nun angezeigt.
Fünf Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren wurden laut “NÖN” nach umfangreichen Ermittlungen bei der Staatsanwaltschaft St. Pölten angezeigt worden, laut “ORF NÖ” sind es sogar acht, die ausgeforscht wurden.
Die mutmaßliche Jugendbande soll vor allem entlang der Traisentalbahn zwischen St. Pölten und Wilhelmsburg zahlreiche Straftaten begangen haben. Einige Verdächtige stammen aus dem Bezirk St. Pölten, einer auch aus der Landeshauptstadt.
Schaffner mit Schlägen attackiert
Für besonderes Aufsehen sorgte ein Vorfall im Mai: Ein damals 14-Jähriger soll einen Schaffner mit mehreren Schlägen attackiert haben. Kurz darauf tauchte am Bahnhof Kreisbach eine Schmiererei mit der Aufschrift “Opi-Kontrolleur hat 10–15 Schläge bekommen” sowie der Drohung “Kontrolliert weiter Tickets und ihr seid tot!” auf – “Heute” berichtete hier.
Den Jugendlichen werden neben Körperverletzung auch mehrere Sachbeschädigungen vorgeworfen. Dazu zählen Graffiti, beschädigte Verkehrs- und Firmenschilder sowie ein herausgerissener Verteilerkasten.
Wie die “NÖN” weiter berichten, sollen sich zumindest ein oder zwei Mitglieder der Gruppe auch durch die laufenden Ermittlungen nicht von weiteren Straftaten haben abhalten lassen.
Gesellschaftliche Entwicklungen spielen Rolle
Die ÖBB hatten nach dem Angriff auf den Schaffner betont, dass Übergriffe zwar vergleichsweise selten seien, sich gesellschaftliche Entwicklungen aber auch im Bahnverkehr bemerkbar machten.
Zum Schutz der Mitarbeiter setzt das Unternehmen unter anderem auf Deeskalationstrainings, Kameras und freiwillig getragene Bodycams. Laut ÖBB habe allein deren Mitführen nachweislich zu einem Rückgang von Übergriffen beigetragen.
Zahlen sorgen für Aufregung
Dennoch sprechen die Zahlen für sich: In den Jahren 2020 bis 2025 hat es insgesamt 1.834 Übergriffe auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ÖBB gegeben. Das geht aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der FPÖ hervor. Laut der Anfragebeantwortung durch Infrastrukturminister Peter Hanke (SPÖ) betrifft der Großteil, nämlich 1.549 Fälle, Übergriffe auf Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter sowie das Service- und Kontrollteam.
Für den Verkehrssprecher der Volkspartei Niederösterreich und St. Pöltner Abgeordneten Florian Krumböck ist es “eine gute Nachricht, dass die Polizei nun die Jugendbande ausgeforscht hat, die auf der Traisentalbahn für Gewalttaten und Sachbeschädigungen verantwortlich sein sollen”.
Krumböck für strengere Strafen
Er fordert strenge Strafen, gerade in Bezug auf Gewalt sowie gefährliche Drohungen gegen das Zugpersonal: “Wenn Zugbegleiterinnen und -begleiter immer öfters gewaltbereiten Fahrgästen gegenüberstehen, dann kann uns das als Gesellschaft nicht kalt lassen. Drohungen und Gewalt dürfen nicht zur Normalität im öffentlichen Verkehr werden. Wir haben vor nicht allzu langer Zeit in Deutschland gesehen, dass derartige Angriffe auch tödlich enden können. Straftäter müssen wissen, dass sie mit der vollen Härte des Gesetzes rechnen müssen, wenn sie jene attackieren, die für Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Verkehr sorgen!”