Neuer Spar-Hammer trifft alle Menschen in Österreich

Finanzminister Marterbauer unter Druck - das Budgetloch ist weit größer als bisher bekannt.

Finanzminister Marterbauer unter Druck – das Budgetloch ist weit größer als bisher bekannt.© iStock/”Heute”-Montage

Das neue Sparpaket für Österreich steht! Pensionisten, Familien, Arbeitnehmer und Unternehmen müssen Milliarden zur Budgetsanierung beitragen.

Jetzt ist klar, wer beim nächsten Sparpaket wie stark zur Kasse gebeten wird. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) legte am Mittwoch, 10. Juni, das Doppelbudget für 2027 und 2028 im Parlament vor. Insgesamt geht es um ein Paket von fünf Milliarden Euro.

Ziel der Regierung ist es, das Budgetdefizit bis 2028 unter die Marke von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu drücken. Damit will Österreich aus dem EU-Defizitverfahren herauskommen.

Der Staatshaushalt soll um weitere 2,5 Milliarden Euro saniert werden. Andererseits sind Offensivmaßnahmen im selben Ausmaß geplant. Dazu zählen niedrigere Lohnnebenkosten sowie Investitionen in Bildung, Pflege und Arbeitsmarkt.

Außerdem will die Regierung die Finanzierbarkeit des Sozial- und Pensionssystems absichern und die Abgabenstruktur verändern. “Wir müssen das Budget weiter sanieren und setzen gleichzeitig Akzente”, so Marterbauer.

Innerhalb der Dreierkoalition wurde offenbar hart verhandelt. ÖVP-Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl sagte, “es war nicht einfach, aber wir haben eine gemeinsame Lösung gefunden”.

Den größten Beitrag zur Sanierung leisten Unternehmen, Banken und Bundesbeteiligungen. Auf sie entfallen insgesamt 44 Prozent. Geplant sind unter anderem eine höhere Bankenabgabe, eine höhere Körperschaftssteuer für Firmen ab einer Million Euro Gewinn, mehr Dividendenzahlungen staatsnaher Betriebe sowie neue Regeln beim Glücksspiel.

Besserverdienende sollen zwölf Prozent beitragen. Vorgesehen sind etwa eine höhere Höchstbeitragsgrundlage in der Sozialversicherung, eine höhere Immobilienertragssteuer auf Altgrundstücke – ausgenommen Hauptwohnsitze -, Sicherungsbeiträge für sehr hohe Pensionen im öffentlichen Bereich und ein Sachbezug für E-Autos.

Arbeitnehmer tragen neun Prozent bei. Hier geht es vor allem um neue Regeln bei den Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung und um das Aus für das Telearbeits-Pauschale.

Besonders spürbar wird das Paket für Pensionisten. Schon 2026 wurden nicht alle Pensionen voll an die Inflation angepasst. Dieser Kurs wird fortgesetzt. 2027 steigen fast alle Pensionen nur um 2,95 Prozent und damit unter der Teuerung. Ausgenommen sind Mindestpensionisten. Auch 2028 sollen die Pensionen unter der Inflation erhöht werden.

Zusätzlich wird bei Kuren und Reha-Leistungen gekürzt. Insgesamt tragen Pensionisten 13 Prozent zur Sanierung bei.

Auch Familien sind betroffen. Ihr Anteil am Paket liegt bei sechs Prozent. Familienleistungen wie Familienbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld werden eingefroren. Dazu kommen Kürzungen beim Familienbonus für Kinder ab drei Jahren, wenn nicht beide Elternteile arbeiten. Alleinerziehende sind davon ausgenommen.

Weitere Beiträge kommen aus der Verwaltung. Dort sollen zwölf Prozent eingespart werden. Vier Prozent bringt der Abbau klimaschädlicher Förderungen.

Related Posts

Asyl-Rückkehrzentren: Zielstaaten bis Jahresende fix

Asylverfahren und Rückkehrzentren außerhalb der EU: Die “Gruppe der Umsetzer” in der Union, zu der auch Österreich gehört, erhöht den Druck. Nach den dramatischen Ereignissen in der spanischen…

SPÖ-Politiker ist nach Alko-Crash Führerschein los

Im Bezirk Lilienfeld kam es zu einem schweren Verkehrsunfall. Involviert: Ein geschäftsführender Gemeinderat, der seinen Schein verlor. Ein 65-Jähriger aus dem Bezirk Baden, laut “Heute”-Infos ein geschäftsführender SPÖ-Gemeinderat,…

Nach Ceuta-Chaos – Brunner legt Migrationsplan vor

Nach dem Migranten-Ansturm auf Ceuta hat sich EU-Kommissar Magnus Brunner zu Wort gemeldet. Er stellte einen Fünf-Punkte-Plan vor. Es waren Szenen, die um die Welt gingen: Die…

AMS-Boss hat düstere Prognose für Arbeitsmarkt

Zwar werde sich die Arbeitsmarktsituation etwas bessern, dennoch werde sie sich weiterhin auf relativ hohem Niveau befinden, so AMS-Boss Kopf. Seit mehr als drei Jahren nimmt die…

SPÖ-Politiker ist nach Alko-Crash Führerschein los

Im Bezirk Lilienfeld kam es zu einem schweren Verkehrsunfall. Involviert: Ein geschäftsführender Gemeinderat, der seinen Schein verlor. Ein 65-Jähriger aus dem Bezirk Baden, laut “Heute”-Infos ein geschäftsführender SPÖ-Gemeinderat,…

Polizei im Großeinsatz! Schüsse auf offener Straße

In Köln sind in der Nacht auf Dienstag vier Menschen durch Schüsse verletzt worden. Die Hintergründe der Bluttat sind derzeit noch völlig unklar. Erneut sorgen Schüsse in…

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You cannot copy content of this page