
Die Zahl der Migranten, die die spanische Exklave Ceuta gestürmt haben, fällt höher aus als gedacht. Laut spanischen Behörden sind es rund 60.000.
Rund 60.000 Migranten sind in den vergangenen 24 Stunden irregulär in die spanische Exklave Ceuta eingereist, der Großteil davon am Donnerstag. Das geht aus ersten Schätzungen der spanischen Sicherheitsbehörden hervor. Damit ist die Zahl deutlich höher als zuerst angenommen, sprach man am Anfang noch von knapp über 1.000 Migranten.
Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels war noch von rund 40.000 Migranten die Rede. Mittlerweile hat das spanische Innenministerium die Zahl nach oben korrigiert: Laut einer Schätzung sind binnen 24 Stunden rund 49.000 Migranten aus Marokko in die spanische Exklave Ceuta gelangt. Am Freitagnachmittag berichtete die AFP bereits von 60.000 Migranten.
83.000-Einwohner-Exklave überrumpelt
Laut der spanischen “País” sprechen einige Quellen bereits von bis zu 50.000 Ankünften. Das würde die Bevölkerung Ceutas – offiziell rund 83.600 Einwohner – um fast 50 Prozent erhöhen. In der Exklave herrscht aktuell Ausnahmezustand, sogar das Militär musste eingreifen. Vor Ort spricht man von einem “humanitären und sozialen Notstand”.
Seit Donnerstag halten sich zahlreiche Migranten auf den Straßen Ceutas auf und verbrachten die Nacht unter freiem Himmel. Gleichzeitig setzen weiterhin Menschen von Marokko aus über die Grenze nach Ceuta über.
Ansturm auch auf zweite Exklave
Nicht nur Ceuta, auch die zweite spanische Exklave Melilla ist vom Migranten-Ansturm betroffen. Dort sind etwa 400 Menschen hingelangt. Sie hätten zwei Grenzübergänge von Marokko aus auf dem Landweg überwunden sowie einen Damm im Süden der autonomen Stadt, sagte der Präsident Melillas, Juan José Imbroda, dem Radiosender Cope.
29 Migranten gestorben
Mindestens 29 Migranten seien laut der Nachrichtenagentur AFP beim Versuch, Ceuta zu erreichen, ums Leben gekommen. “Die ganze Nacht über gab es einen stetigen Zustrom von Menschen”, hieß es aus Polizeikreisen. Obwohl die Zahl der Ankommenden geringer gewesen sei als tagsüber, seien Migranten “auch über Nacht weiter angekommen”. Auch am Freitagmorgen kämen weiter Migranten in der spanischen Exklave an.
“Die ganze Nacht über gab es einen stetigen Zustrom von Menschen”, hieß es aus Polizeikreisen. Obwohl die Zahl der Ankommenden geringer gewesen sei als tagsüber, seien Migranten “auch über Nacht weiter angekommen”. Auch am Freitagmorgen kämen weiter Migranten in der spanischen Exklave an.
Sozi-Premier reist nach Ceuta
Der massiv in der Kritik stehende spanische Premierminister Pedro Sánchez hat indes angekündigt, Ceuta zu besuchen. Gemeinsam mit Innenminister Fernando Grande-Marlaska will er sich mit Sicherheitskräften und den dortigen Behörden beraten. Die Ausrufung eines Notstands lehnte Sánchez ab, er schickte aber mehr Soldaten. Inzwischen hat auch König Felipe VI. telefonisch mit Sánchez und Ceutas Regierungschef Juan Jesús Vivas Kontakt aufgenommen.