
Wer hier bleibt, soll auch schnell integriert werden, so Ministerin Schumann. Sie will Frauen mit Asyl früher zu Integrationsmaßnahmen verpflichten.
In der vergangenen Woche hatten aktuelle Zahlen des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) für Aufregung gesorgt. Demnach arbeitet nur jede vierte Frau aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. 44.000 Flüchtlinge sind zudem ohne Job (“Heute” berichtete).
Ausnahme verkürzen
Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) erhöht jetzt den Druck in Sachen Asyl und Integration: Sie spricht sich dafür aus, die bestehende Ausnahme von verpflichtenden Integrationsmaßnahmen für Mütter kleiner Kinder zu verkürzen.
Zwei Jahre “Schonfrist”
Künftig sollen Frauen mit Asylstatus bereits zwei Jahre nach der Geburt eines Kindes an solchen verpflichtenden Integrationsmaßnahmen teilnehmen. Bisher beträgt dieser Zeitraum drei Jahre.
Sprache, Qualifizierung, Job
Ziel des Vorschlags ist es, betroffenen Frauen den Weg in Deutschkurse, Qualifizierungsangebote und den Arbeitsmarkt früher zu eröffnen. Gleichzeitig würde die Regelung stärker an die arbeitsrechtliche Karenzregelung für erwerbstätige Frauen angeglichen werden
Vorbild Karenz
Derzeit kann die Karenz von einem Elternteil alleine bis zur Vollendung des 22. Lebensmonats des Kindes in Anspruch genommen werden. Bei Alleinerziehenden sind es sogar 24 Lebensmonate des Kindes.
Wirtschaftliche Unabhängigkeit wird gestärkt
Frauen bekämen durch diese Maßnahme die Chance, ihre Sprachkenntnisse zu vertiefen, Qualifikationen zu erwerben und ihren Einstieg in den Arbeitsmarkt vorzubereiten, argumentiert Schumann ihr Vorpreschen. Das stärke deren wirtschaftliche Unabhängigkeit und verbessere zugleich ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
„Integration beginnt vom ersten Tag an.“
Korinna SchumannArbeits- und Sozialministerin, SPÖ
“Integration beginnt vom ersten Tag an. Unser Ziel ist klar: Frauen sollen früher die Möglichkeit bekommen, Deutsch zu lernen, sich zu qualifizieren und wirtschaftlich unabhängig zu werden. Außerdem gilt: wer arbeiten kann, muss arbeiten”, sagt die Ministerin im “Heute”-Gespräch.
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Selbstbestimmtes Leben
Und weiter: “Es kann nicht sein, dass Frauen länger als notwendig vom Arbeitsmarkt ferngehalten werden. Je früher Integration und Qualifizierung beginnen, desto besser sind die Chancen auf einen Arbeitsplatz, auf finanzielle Unabhängigkeit und auf ein selbstbestimmtes Leben. Das nützt den Frauen, ihren Familien und dem Wirtschaftsstandort Österreich.”
Schumann: Maßnahme gegen Arbeitskräftemangel
Mit der Verkürzung der Ausnahmefrist soll Integration noch stärker mit der Arbeitsmarktpolitik verzahnt werden. Der Vorschlag verfolgt das Ziel, Potenziale früher zu nutzen, die Eigenständigkeit von Frauen zu stärken und gleichzeitig dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken. “Wer in Österreich lebt, soll möglichst rasch die Sprache lernen, seine Fähigkeiten einbringen und auf eigenen Beinen stehen können. Frühe Integration ist der Schlüssel für gelingende Teilhabe – und für mehr Chancen am Arbeitsmarkt”, betont Schumann.