Nach Outfit-Kritik: ZIB-Star rechnet mit Sexismus ab

Nicht ihre Arbeit, sondern ihr Outfit wurde nach einer Sendung kritisiert. Für ORF-Star Alexandra Wachter ein Anlass, ein klares Zeichen zu setzen

“Hosenanzug bei 35 bis 40 Grad ist ein Witz, am liebsten möchte ich den Fernseher abdrehen”, lautet eine Nachricht, die ORF-Moderatorin Alexandra Maritza Wachter nach einer Sendung per Mail erreicht. “Da geht’s um meine Kleidung”, sagt Wachter in einem neuen Instagram-Video.

Doch genau diese Nachricht stellt sie einer zweiten gegenüber. Während ein Zuschauer ihr Outfit kommentiert, lobt eine andere Nachricht ihre journalistische Arbeit. “Innerhalb einer Stunde haben mich zwei Nachrichten erreicht: Die eine bewertet mein Äußeres. Die andere meine journalistische Arbeit”, schreibt Wachter.

Zwar betont die ORF-Moderatorin, dass zwei Nachrichten keine wissenschaftliche Erhebung sind – dennoch steckt dahinter “ein Muster, das weit über diese Nachrichten hinausgeht.” Frauen werden im Fernsehen anders bewertet als Männer – und deutlich häufiger für Äußerlichkeiten kritisiert.

“Da geht es also nicht nur um Leistung, sondern immer wieder auch um das Äußere, um unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe für Frauen und Männer”, sagt Wachter in Bezug auf eine UNESCO geförderte Fallstudie zur Thematik. Frauen werden regelmäßig danach beurteilt, ob sie zu jung oder zu alt, zu stark oder zu wenig geschminkt oder zu viel beziehungsweise zu wenig angezogen sind.

Zurück zur konkreten Nachricht, die sie erreicht hat: Auch an der Kritik ihres Hosenanzugs erkennt die Moderatorin einen Doppelstandard. Männliche Nachrichtenmoderatoren tragen selbst bei großer Hitze Anzug, Hemd und Krawatte. Trägt eine Frau ähnlich formelle Studiokleidung, wird daraus plötzlich eine Diskussion.

ORF-Star stellt klar: “Äußerlichkeiten dürfen nicht als Kompetenzmaßstab dienen”

Abschließend stellt sie klar: “Es geht nicht darum Kleidung zum Tabu zu erklären oder Kritik zu verbieten. Es geht um denselben professionellen Maßstab, denn Äußerlichkeiten dürfen nicht als Kompetenzmaßstab dienen. Entscheidend sind Recherche, Einordnung und Leistung.”

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