
Abschiebe-Posse um einen Algerier! Der Mann wurde mehrfach enthaftet und tauchte jedes Mal unter. Nun soll er Österreich endgültig verlassen.
Es ist ein Fall, der einen sprachlos zurücklässt: Während seitens der Regierung immer wieder über Abschiebungen von Straftätern gesprochen wird, narrt ein Algerier, der sich illegal im Bundesgebiet aufhält, seit 2024 das System.
Der Fall wurde publik, da sich der Mann nun vor dem Bundesverwaltungsgericht gegen seine Schubhaft gewehrt hatte – ohne Erfolg. Im Zuge des Urteils kam ein brisantes Protokoll ans Licht, über das die “Krone” berichtet. Auf den 17 Seiten wird die Geschichte des Algeriers in Österreich aufgelistet – samt Straftaten. Hier ein kurzer Abriss:
Diebstähle und Pkw zerstört
Demnach soll der Mann Anfang 2024 illegal in Österreich eingereist sein. Laut seinen Angaben sei er über Ungarn ins Bundesgebiet gekommen. Erstmals mit der Polizei in Berührung kam der Algerier dann am 5. April 2024 wegen eines mutmaßlichen Einbruchsdiebstahls. Bei seiner Festnahme konnte der Verdächtige keine Ausweisdokumente vorlegen und gab an, aus Syrien zu stammen. Zwei Tage später kam dann der Sinneswandel: Der Mann gab an, aus Algerien zu kommen und stellte Antrag auf internationalen Schutz. Die Folge: Aufnahme in die Grundversorgung und Entlassung aus dem Polizeianhaltezentrum.
Die Identität des Mannes konnte dann erst am 27. Mai 2024 über eine Interpol-Mitteilung festgestellt werden. Rund einen Monat später – am 22. Juni 2024 – saß er nach einem erneuten Diebstahl wieder im Polizeianhaltezentrum. Am Tag darauf war der Algerier aber wieder frei und tauchte unter. Bis zum 24. Oktober 2024 war es dann ruhig um den Flüchtling geworden, ehe sein Antrag auf internationalen Schutz abgewiesen wurde. Die darauffolgende Beschwerde schmetterte das Gericht auch ab.
Am 15. November 2024 folgte dann die erste Verurteilung des Mannes. Er erhielt zwölf Monate teilbedingte Haft. Der Grund: Die Sachbeschädigung eines Pkw (Motorhaube, Scheibe und Scheinwerfer zerstört) und versuchter Einbruchsdiebstahl. Nur drei Tage später wurde der Algerier jedoch abermals enthaftet und tauchte unter.
Erste Abschiebung geplant
Das nächste Mal wurde der Mann am 13. März 2025 bei einem Suchtgiftdelikt erwischt und erneut festgenommen. Nun schien der Staat jedoch Ernst zu machen. Bei der algerischen Botschaft wurde am 11. April 2025 ein Heimreisezertifikat erwirkt – die Abschiebung war für den 14. Mai 2025 angesetzt. Der Algerier narrt die Behörden allerdings erneut und stellt am 12. Mai 2025 einen Folgeantrag auf internationalen Schutz. Die Folge: Der Heimflug wurde storniert.
Der nächste Erfolg für den Flüchtling folgte am 11. Juni 2025: Sein Asylfolgeverfahren wurde zugelassen. Somit war der Mann abermals frei und konnte wenig überraschend erneut untertauchen.
Zweiter Abschiebeversuch
Zeitsprung zum 11. November 2025: Der Algerier hatte sich dem Asylverfahren entzogen und geriet in eine Personenkontrolle. Es folgte die erneute Einlieferung in ein Polizeianhaltezentrum, wo er wieder nur zwei Tage bleiben sollte – am 13. November 2025 war der Mann wieder auf freiem Fuß. Natürlich ging er gleich wieder auf Tauchstation.
Erst am 21. Februar 2026 wurde sein Antrag auf internationalen Schutz abgewiesen. Nach einem Kellereinbruch klickten dann am 14. Mai 2026 erneut die Handschellen für den Algerier. Aufgrund von Fluchtgefahr kam er nun endlich in Schubhaft. Gegen diese legte er Beschwerde ein und scheiterte. Nun soll eine erneute Abschiebung folgen. Der Termin ist für Donnerstag angesetzt.