Austritt wegen Ruck – Ex-ÖVP-Ministerin rechnet ab

In der Causa Ruck kehrt einfach keine Ruhe ein. Nun hat sich Ex-ÖVP-Ministerin Maria Rauch-Kallat zu Wort gemeldet und knallhart abgerechnet.

Auch dem Parteiausschluss von Wiens Wirtschaftskammerpräsidenten Walter Ruck wegen den veröffentlichten Gesprächsprotokollen rund um “Stelzen-Gate” und “degenerierte Oberösterreicher” und Co. reißen die Schlagzeilen nicht ab. Dieses Mal mischt die ehemalige ÖVP-Ministerin Maria Rauch-Kallat mit.

Eigentlich wollte die 77-Jährige den Wiener Wirtschaftsbund über ihren Austritt per Mail informieren. Als sie dann jedoch ruckzuck eine Information erhielt, dass die Nachricht ungelesen gelöscht wurde, platzte der Ex-Ministerin der Kragen. Auf Facebook ließ sie ihrem Unmut freien Lauf und holte zum Rundumschlag aus.

“So ist die ÖVP nicht!”

Rauch-Kallat beschwerte sich, dass “der Wiener Wirtschaftsbund alle seine Empfangskanäle geschlossen” habe. Daher versuche sie es jetzt auf diesem Weg. In ihrem Posting bestätigte die Ex-Ministerin ihren Austritt. Der Grund: “Das Verhalten des Präsidenten und dessen Billigung durch die Spitzenfunktionäre.” Dies sei für Rauch-Kallat inakzeptabel. “So ist die ÖVP nicht!”, schrieb die Ex-Ministerin.

Auch Rucks Rechtfertigungen in der Causa kritisierte die 77-Jährige: “Die Erklärung des Präsidenten, er hätte die kolportierten Aussagen nie bestätigt, sagt wohl alles. Er hat sie auch nie dementiert!” Sie selbst halte die Darstellungen jedenfalls für glaubwürdig.

Kritik an Ludwig

Aber auch an Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) ließ die Ex-Ministerin kein gutes Haar. Ihm warf sie vor, dass er sich nicht klar von Ruck distanziert und das Verhalten des Kammerchefs damit billigen würde.

Rauch-Kallat trat mit Montag aus dem Wiener Wirtschaftsbund aus, dem Wirtschaftsbund selbst bleibe sie aber treu. Die 77-Jährige wäre der Bundesleitung am liebsten “direkt beigetreten”, da sie “die Arbeit der Präsidentin und Obfrau Martha Schultz und ihrer Generalsekretärin Tanja Graf sehr schätze”. Dies sei allerdings nicht möglich. Ihre neue Heimat fand Rauch-Kallat nun im Wirtschaftsbund Oberösterreich.

Als Unternehmerin in der Bundeshauptstadt müsse sie auch Mitglied in der Wiener Wirtschaftskammer bleiben. Auch hier sei es für die Ex-Ministerin “unverständlich”, dass sehr viele Funktionäre zu den Vorwürfen schweigen würden.

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