
Trotz harter Sparbudgets für die Bevölkerung lädt Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos) am Samstag wieder zum Festspiel-Empfang.
Die hohen Kosten für den Festspiel-Empfang des Außenministeriums hatten 2025 bereits für Misstöne gesorgt. Heuer gibt es ein da capo: Wie “Heute” erfuhr, lädt Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (48, Neos) Samstagnachmittag wieder zum exklusiven Künstler-Empfang ins Große Festspielhaus in Salzburg.
In der Mozartstadt geht bekanntlich am Sonntag die Eröffnung der diesjährigen Festspiele über die Bühne – Bundespräsident Alexander Van der Bellen wird die traditionelle Rede halten. Bundeskanzler Christian Stocker (66, VP) empfängt seinen griechischen Amtskollegen Kyriakos Mitsotakis als Gast. Zusammen werden sie der Premiere von “Carmen” beiwohnen.
Im Vorjahr Kosten von 15.000 Euro
Am Vorabend gibt es den obligaten Reisinger-Empfang in Kooperation mit dem Direktorium der Salzburger Festspiele, wie ein Sprecher der Ministerin auf Anfrage bestätigt. Im Vorjahr hatte der Event 15.000 Euro Steuergeld gekostet. Trotz harter Sparmaßnahmen für die Bevölkerung hält die Neos-Ressortchefin an der Veranstaltung fest.
Man bringe “ein internationales diplomatisches Publikum und Wirtschaftstreibende aus aller Welt mit Kulturschaffenden aus dem In- und Ausland zusammen”, heißt es. Und: “Die Räumlichkeiten für die Veranstaltung werden übrigens kostenlos zur Verfügung gestellt.”
Mölzer: “Billiger PR-Auftritt”
Mit welcher Summe die Staatskasse heuer belastet wird, wird nun ein Fall für das Parlament. Schon vor dem Empfang kündigt FPÖ-Kultursprecher Wendelin Mölzer im “Heute”-Gespräch eine Anfrage an die Außenministerin an. “Die Salzburger Festspiele sind ein weltweites Aushängeschild unserer Republik und ein glanzvolles Symbol unserer kulturellen Identität. Sie stehen für künstlerische Exzellenz und überparteiliche Strahlkraft. Doch genau dieses einzigartige Erbe wird nun von der Verliererkoalition für billige PR-Auftritte zweckentfremdet”, ärgert er sich.
Nachsatz: “Es ist eine absolute Schande, wie hier eine unabhängige Kulturinstitution als Kulisse für die elitäre Selbstdarstellung der NEOS-Außenministerin missbraucht wird”.
Der blaue Mandatar fordert nun “eine lückenlose Aufklärung und den strikten Schutz der Kunst vor parteipolitischer Vereinnahmung”; Meinl-Reisingers Event geißelt er als “Selbstbedienungsladen für abgehobene Politiker”.
Mölzer zu “Heute”: “Die Kunst muss frei bleiben und darf nicht zum Spielball für die Imagepflege von Regierungsmitgliedern werden. Das Steuergeld gehört den Österreichern und hat in der elitären Blase der Verlierer-Ampel nichts verloren!”