Neue Ruck-Leaks! Jetzt geht Kickl auf Regierung los

Postenschacher, Sexismus und abfällige Kommentare: Die Affäre um Wiens WKÖ-Chef Ruck zieht immer weitere Kreise. FPÖ-Chef Kickl ist empört.

Nach dem “Stelzen-Gate” mit Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und einer abfälligen Äußerung über Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) kamen nun neue Geheimprotokolle über Wiens Wirtschaftskammerpräsidenten Walter Ruck (ÖVP) ans Licht.

Laut gemeinsamen Recherchen von “Krone” und “profil” soll sich der WKÖ-Boss auch negativ über Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) geäußert haben. “Der Hattmannsdorfer ist so ein Typ, der ist Sachbearbeiter und Vorstandsassistent”, soll Ruck über seinen Parteikollegen gesagt haben. Laut Rucks Sprecher würde das Zitat aus einer “nicht verifizierbaren und potenziell illegal angefertigten Aufnahme” stammen.

Aber nicht nur gegen den Wirtschaftsminister soll Ruck laut dem Protokoll gelästert haben. Auch über Vertreter der Industrie sowie ein ganzes Bundesland soll der Wiener Kammer-Chef hergezogen sein. Es war von “degenerierten Oberösterreichern”, die “vom Kaviar-Frühstück” gekommen seien die Rede. Damit waren wohl die Industrievertreter gemeint. Ruck wollte diese Aussage gegenüber der “Krone” nicht bestätigen.

“Moralischer Tiefpunkt”

Zuletzt gab es jedenfalls einen ersten Aufschrei aus den eigenen Reihen. WKÖ-Präsidentin Martha Schultz legte Ruck indirekt den Rücktritt nahe. Nach einem “Heute“-Bericht über sein Schweigen meldete sich auch Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) nach dreitägiger Schockstarre zu Wort und forderte Aufklärung.

FPÖ-Chef Herbert Kickl sieht hier “interne Machtkämpfe und halbherzige Rücktrittsaufforderungen”. Dies sei nichts anderes als eine “panische Schadensbegrenzung und reine Heuchelei” der ÖVP, so der Freiheitliche. Kickl nahm die Causa zum Anlass, um zu einem Rundumschlag gegen die Regierung auszuholen – insbesondere gegen die Volkspartei.

Für ihn seien die Enthüllungen “ein erschütternder Einblick in den moralischen Abgrund der ÖVP”. Es werde ein System offenbart, welches “von Arroganz, Postenschacher und tiefster Verachtung für die eigenen Mitglieder und Leistungsträger geprägt sei”, so der FPÖ-Chef. Besonders stößt sich der Freiheitliche daran, dass der WKÖ-Boss Unternehmer als “degeneriert” bezeichnet haben soll. Dies sei der “moralische Tiefpunkt des schwarzen, abgehobenen Establishments”. Man würde hier die Verachtung für all jene zeigen, die “Arbeitsplätze schaffen und das Land am Laufen halten”.

Rundumschlag gegen Regierung

Des Weiteren wirft Kickl der Volkspartei vor, “jahrelang” einen “Sumpf aus Freunderlwirtschaft und Hinterzimmer-Deals mit der SPÖ gedeckt und mitgetragen” habe. Demnach würde die ÖVP ihren eigenen Verhaltenskodex, in dem von “Anstand, Ehrlichkeit und Verantwortung” gesprochen werde, “mit Füßen” treten. Für den FPÖ-Frontmann sei die “Causa-Ruck” aber auch ein “Symptom für den Totalzerfall” der Bundesregierung.

Die ÖVP würde “im eigenen Sumpf aus Postenschacher und Intrigen” versinken, in der SPÖ würden immer mehr Genossen gegen Parteichef und Vizekanzler Andreas Babler rebellieren und die NEOS wären mit “ideologische Säuberungsaktionen und Parteiausschlüssen” beschäftigt, die nur zur Dezimierung der Partei führen würden.

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