“Heute”-Umfrage: FPÖ schießt auf historisches Hoch

Unique Research stellte für “Heute” die Sonntagsfrage: Vor ihrem 70er-Fest kommt die FPÖ auf bereits 36 Prozent. Die ÖVP bleibt mit 22 Prozent stabil.

Zu seinem Volksfest anlässlich 70 Jahre FPÖ am Samstag am Wiener Stephansplatz präsentiert sich der Polit-Himmel für Herbert Kickl tiefblau: In der neuen “Heute”-Umfrage liegt er sowohl bei der Sonntagsfrage als auch bei der (fiktiven) Bundeskanzler-Direktwahl unangefochten in Front, Tendenz steigend.

Meinungsforscher: “Viel Frust”

“Viel Frust, wenig Dynamik” sieht Meinungsforscher Peter Hajek nach 473 Tagen Dreier-Koalition im Land. Klarer Profiteur der schlechten Stimmung sei die FPÖ. Unique Research hat für “Heute” die Sonntagsfrage (Telefon und online, Schwankungsbreite ±3,4 Prozent) gestellt. Die Ergebnisse:

Blaue auf Allzeit-Hoch

Deutlich mehr als das “Verfassungsdrittel” würde die FPÖ einfahren, wenn am kommenden Sonntag Nationalratswahlen wären. Heißt konkret: Im Parlament könnten ohne Zustimmung der Freiheitlichen keine Gesetze mehr beschlossen werden, für die eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich ist. Die 36 Prozent, auf die nun die FPÖ hochgeschätzt wird, sind der höchste Wert, den Unique Research je erhoben hat.

Keine Bewegung bei ÖVP

Das eben beschlossene Doppelbudget mit Kürzungen ändert nichts an den 22 Prozent (und stabil Platz 2) für die Kanzlerpartei.

SPÖ noch schlechter als 2024

Immer weiter südwärts geht es für die Roten unter Parteichef Andreas Babler. Die 18 Prozent der aktuellen Sonntagsfrage sind nochmals drei Prozentpunkte weniger als beim historischen Tiefststand am Wahlabend 2024.

Dass Babler die Roten bremst, zeigt sich auch in der Frage der Bundeskanzler-Direktwahl: Lediglich 45 Prozent der eigenen Wähler sehen in Babler einen potenziellen Kanzler – zum Vergleich: 82 Prozent der FPÖ-Wähler würden Kickl direkt zum Regierungschef machen; bei Christian Stocker liegt der Wert bei 76 Prozent.

Grüne als Nutznießer

Von der Schwäche der Sozialdemokraten profitieren die Grünen, die in den vergangenen Monaten offensiv das Gerechtigkeitsthema propagiert hatten. Mit Leonore Gewessler an der Spitze verweist die Öko-Partei die Neos wieder klar auf Rang fünf und liegt in der Sonntagsfrage bei 11 Prozent – also rund drei Punkte über dem Nationalratswahl-Ergebnis.

Neos schwach

Keinen Koalitions-Rückenwind verspürt Beate Meinl-Reisingers pinke Truppe: Trotz Regierungsbeteiligung sind die Neos nach wie vor einstellig und unter dem Ergebnis der Nationalratswahl.

KPÖ kämpft um Einzug

Eine dunkelrote Sensation bahnt sich an: Die 4 Prozent, die den Kommunisten um Tobias Schweiger aktuell ausgewiesen werden, würden den ersten Einzug ins Hohe Haus seit 1959 bedeuten.

Land geht für 57 Prozent in falsche Richtung

Die politische Stimmung im Land bleibt schlecht. Für 57 Prozent geht Österreich in die falsche Richtung. Nur 31 Prozent sehen eine positive Entwicklung. Die Werte sind damit im Vergleich zu März so gut wie unverändert. Am zufriedensten sind Grün-Wähler (56 Prozent) vor SPÖ-, ÖVP- und Neos-Anhängern. 91 Prozent der FPÖ-Sympathisanten sind unzufrieden.

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