Ultimatum! Jetzt drohen Dürrehilfen völlig zu scheitern

Österreichs Landwirte müssen nicht nur auf Regen warten. Auch Hilfsgelder nach der Dürrekatastrophe fließen immer noch nicht.

In Sachen Hilfe für die von der Dürrekatastrophe schwer getroffene Landwirtschaft gibt es in der Koalition weiter keine Einigung.

Am Mittwochnachmittag (19. August) wurde im Kanzleramt auf Mitarbeiterebene verhandelt. Doch diese Verhandlungen drohen nun zu scheitern.

Der Grund: Aus Verhandlerkreisen heißt es gegenüber “Heute”, dass das Landwirtschaftsministerium von Norbert Totschnig (ÖVP) zwar einen Entwurf für das von SPÖ und Neos geforderte Klimagesetz vorgelegt hat. Doch der sei sogar noch eine Verschlechterung gegenüber früheren Versionen und enhalte nicht einmal die von Kanzler Christian Stocker ins Regierungsprogramm verhandelten Ziele.


Konkret geht es um die Klimaneutralität Österreichs bis 2040. Totschnig will zudem rund 260 Millionen frisches Geld für die Hilfen. Als Gegenfinanzierung schlägt sein Ministerium vor, bereits budgetierte Mittel für die Bekämpfung des Klimawandels zu streichen. Dieser Vorschlag ist für die Koalitionspartner untragbar.

Totschnig möge stattdessen in seinem Ressort Budgetmittel umschichten. Als Möglichkeit wurden die 50 Millionen Euro genannt, die in den begünstigten Agrardiesel fließen.

Besonders das neue Klimagesetz ist ÖVP-intern heiß umstritten. Dieses scheiterte bisher am erbitterten Widerstand des schwarzen Wirtschaftsflügels. So machen Wirtschaftskammer – de facto also der ÖVP-Wirtschaftsbund – und Industrie seit Tagen gegen ein solches Gesetz mobil.

Kammer kritisiert “hohe Kosten ohne zusätzlichen Klimanutzen”

Ein besonderer Dorn im Auge ist ihnen die Verankerung des Ziels der Klimaneutralität bereits im Jahr 2040.

Die EU würde erlauben, dieses Ziel erst bis 2050 zu erreichen. “Dieser österreichische Sonderweg bringt hohe Kosten ohne zusätzlichen Klimanutzen”, monierte die Bundessparte Industrie der Wirtschaftskammer am Mittwoch in einer Aussendung.

Bis zu 13 Milliarden weniger Wirtschaftsleistung

“Wer ein 2040-Ziel ins Gesetz schreibt und einen verpflichtenden Klimafahrplan daran knüpft, muss auch mit den Konsequenzen für Arbeitsplätze, Wohlstand und Energiekosten rechnen”, so Spartenobmann Sigi Menz.

Nach einer aktuellen Studie von Eco Austria würde bei einem Vorziehen des nationalen Ziels das reale BIP im Jahr 2040 je nach Szenario um 1,7 bis 2,6 Prozent niedriger ausfallen als im Basisszenario des EU-Ziels 2050. Das entspräche einem Verlust an Wirtschaftsleistung von 8,5 bis 13 Milliarden Euro, warnt die Kammer.

Related Posts

So gab Meinl-Reisinger 100.000 Euro für Flugreisen aus

Sie ist die Jetset-Ministerin: Beate Meinl-Reisinger. Gemeinsam mit ihrem Kabinett verflog sie in nur drei Monaten satte 100.000 Euro. Eine parlamentarische Anfrage von FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz hat…

“Versteht keiner”: Babler-Sitzung sorgt für Unmut

SP-Babler hat seine Regierungsmitglieder für Mittwoch kurzfristig zwecks besserer “Abstimmung” einbestellt. Schon beim Termin mangelt’s an Abstimmung. Die SPÖ manövriert sich selbst immer tiefer ins Chaos. Seit…

XXL-Regierung verflog in drei Monaten eine Million Euro

Abgehoben ist die Regierung auch im zweiten Quartal wieder – und zwar buchstäblich: “Heute” liegen alle Reisespesen-Abrechnungen vor. Die Details. Es ist die größte Regierung aller Zeiten:…

Paukenschlag! Minister fordert Corona-Hilfen zurück

Minister Marterbauer macht klar: Wer Corona-Hilfen zu Unrecht erhalten hat, muss mit Rückforderungen rechnen. Dabei geht es um 158,8 Millionen Euro. Bei der Abwicklung der milliardenschweren Corona-Hilfen…

Neuer Missbrauchsfall erschüttert Österreichs TV-Szene

Gegen einen bekannten österreichischen TV-Star laufen Ermittlungen wegen schwerer Vorwürfe. Auch zwei Frauen stehen im Fokus der Justiz. Gegen einen bekannten österreichischen TV-Star laufen seit Mai Ermittlungen…

SPÖ-Kräftemessen um “Kultur-Euro”: Babler droht Ludwig

Die Stadt Wien plant, kulturelle Events mit einer neuen Abgabe zu versehen. Grund: das klamme Stadtbudget. Jetzt schaltet sich die Regierung ein. Die Stadt Wien nennt ihn…

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You cannot copy content of this page