Busfahrer läuft im Dienst weg, verschwindet im Wettbüro

Am Dienstag spielte um 21 Uhr Frankreich gegen Senegal. Kurz vor der Partie verspürte ein Öffi-Busfahrer Riesen-Druck – und stürmte in ein Wettbüro.

Eine “Heute“-Leserin erhebt schwere Vorwürfe gegen einen Busfahrer der Wiener Linien. Der Lenker soll auf einer Fahrt der Linie 15A mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein, Fahrgäste gefährdet und am Ende der Route sogar seinen Bus samt Passagieren zurückgelassen haben, um ein Wettbüro zu besuchen. Fahrgäste vermuteten einen handfesten “Wettskandal” – die Wiener Linien haben jedoch eine plausible Erklärung.

“Ich habe so etwas noch nie erlebt”, erzählt Leserin Susanna gegenüber “Heute“. Die Wienerin stieg am Dienstag gegen 20.40 Uhr bei der Station Raxstraße in einen Bus der Linie 15A ein. Schon kurz nach der Abfahrt sei ihr das Fahrverhalten des Lenkers aufgefallen.

“Fuhr wie ein Wilder”

Der Busfahrer sei laut der Leserin mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen und habe aggressiv beschleunigt sowie gebremst. “Er fuhr von Beginn an wie ein Wilder”, schildert Susanna. Die Situation sei derart unangenehm gewesen, dass sogar ein älteres Ehepaar die Fahrt vorzeitig beendet habe.

Laut der Wienerin befand sich auch ein Busfahrer der Wiener Linien in Uniform als Fahrgast im Fahrzeug. Dieser habe ihr gegenüber erklärt, dass ein derartiges Fahrverhalten absolut nicht normal sei. Die Folgen spürte sie am Tag danach so richtig: “Ich habe irrsinnige Nackenschmerzen und werde deshalb zum Arzt gehen.”

Fahrer lässt Bus samt Fahrgästen zurück

Für den größten Schock sorgte laut Susanna jedoch das Verhalten des Lenkers nach der Ankunft am Enkplatz. Gegen 21 Uhr soll der Fahrer den Bus verlassen haben. Anschließend sei er über die Simmeringer Hauptstraße gelaufen und in einem nahegelegenen Wettbüro verschwunden.

Vorfall auf Video festgehalten

Besonders brisant: Während seines Besuchs im Wettlokal soll der Mann den Bus inklusive wartender Fahrgäste einfach alleine stehen gelassen haben. “Er ließ seinen Bus samt Fahrgästen zurück”, erzählt die Wienerin fassungslos.

Bus-Fahrer musste dringend aufs Klo

Gegenüber “Heute” bestätigten die Wiener Linien den Vorfall: “Der Buslenker verspürte ein allzu menschliches Bedürfnis und verließ daraufhin für kurze Zeit den Bus, um ein WC in einem Lokal aufzusuchen.”

Das nahegelegene Einkaufszentrum Simmering – dort gehen Busfahrer vor Ort normalerweise aufs stille Örtchen – war geschlossen. Deshalb ging der Busfahrer in das Wettbüro.

Dabei hat der Lenker den Bus mit Fahrgästen an der Endhaltestelle Enkplatz stehen gelassen und damit gegen Vorschriften verstoßen, so die Wiener Linien. “Daher werden entsprechende disziplinäre Maßnahmen gesetzt”, so die Wiener Öffis abschließend.

Der Gang aufs Klo sei gar nicht so sehr das Problem gewesen, aber: Der Lenker hätte die Fahrgäste hinausbitten und den Bus zusperren müssen.

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