AMS-Boss hat düstere Prognose für Arbeitsmarkt

Zwar werde sich die Arbeitsmarktsituation etwas bessern, dennoch werde sie sich weiterhin auf relativ hohem Niveau befinden, so AMS-Boss Kopf.

Seit mehr als drei Jahren nimmt die Arbeitslosigkeit zu. Ende Juli waren 364.200 Personen arbeitslos gemeldet oder in Schulungen. Warum kommt es zu diesem Anstieg und warum finden auch zahlreiche Akademikerinnen und Akademiker keinen Job? Dazu ist AMS-Vorstand Johannes Kopf live im Studio.

Es wird besser, aber auf hohem Niveau

“Aus heutiger Sicht wird es besser, ja, aber es wird nicht gut”, sagte Kopf. Die Arbeitslosigkeit werde zwar zurückgehen, aber auf einem relativ hohen Niveau bleiben. Alleine das Wirtschaftswachstum werde nicht ausreichen, um den Arbeitsmarkt nachhaltig zu entlasten.

Besonders im Gesundheits- und Sozialbereich sei die Lage widersprüchlich. Zwar gebe es weiterhin Mangelberufe, etwa bei diplomierten Pflegekräften. Gleichzeitig würden Sparmaßnahmen den Ausbau des Personals bremsen. Es gebe nicht genug Geld, um das Sozialsystem in dieser Höhe mit Arbeitskräften zu besetzen, erklärte Kopf.

Große Unterschiede nach Ausbildung

Deutlich zeigen sich laut AMS-Boss die Unterschiede beim Bildungsniveau. Die Arbeitslosenquote unter Akademikern liegt derzeit bei 3,4 Prozent.  Zum Vergleich: Bei Personen mit Lehrabschluss beträgt sie 6,4 Prozent, bei Menschen mit Pflichtschulabschluss sogar 22 Prozent.

Vor allem für Jungakademiker sei der Einstieg derzeit allerdings schwieriger. Nach drei Jahren Rezession hätten Berufseinsteiger schlechtere Chancen, weil Unternehmen weniger Personal aufnehmen.

Besonders betroffen seien derzeit IT-Berufe und Jobs mit starkem Computerbezug. Die oft genannte Sorge, dass Künstliche Intelligenz dafür verantwortlich sei, teilt Kopf allerdings nur eingeschränkt. Es gebe zwar einzelne Beispiele, einen echten Bruch in der Entwicklung sehe er derzeit aber noch nicht. “Nur das Argument KI überzeugt mich nicht”, sagte der AMS-Chef.

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