“Zerschlagen” – Brisantes Video sorgt für Asyl-Wirbel

Ein Frontex-Video sorgt für heftige Diskussionen über die Arbeit einer Seenotrettungsorganisation. Jetzt äußert sich auch Innenminister Karner dazu.

Ein Video der europäischen Grenzschutzbehörde Frontex sorgt derzeit für politische Diskussionen. Die Aufnahmen sollen einen Einsatz im Mittelmeer zeigen und stehen im Mittelpunkt von Vorwürfen, wonach es eine Zusammenarbeit zwischen einer Seenotrettungsorganisation und mutmaßlichen Schleppern gegeben haben könnte.

Auch Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) äußerte sich am Donnerstag zu dem Fall. “Genau um diesem Treiben ein Ende zu setzen und auch um das Geschäft der Schleppermafia nachhaltig zu zerschlagen, arbeitet Österreich intensiv an der Umsetzung des Asylpakts und ganz konkret an Rückkehrzentren in Staaten außerhalb Europas, erklärte Karner gegenüber der “Krone”.

Video löst Ermittlungen aus

Nach Angaben im Bericht zeigen die Frontex-Aufnahmen vom 11. Mai 2026, wie Beiboote zwischen dem Seenotrettungsschiff Sea-Watch 5 und einem Schnellboot verkehren. Dabei sollen Menschen auf das NGO-Schiff gebracht worden sein. Auf den Bildern sind laut Bericht neben Personen mit roten Schwimmwesten auch vermummte Männer auf dem Schnellboot zu erkennen, die als mutmaßliche Schlepper bezeichnet werden.

Die Aufnahmen entstanden rund 70 Kilometer nordöstlich von Libyens Hauptstadt Tripolis. Im Raum steht der Vorwurf, das Video könnte auf einen koordinierten Transfer zwischen Schleppern und der NGO hindeuten.

Vorwurf der Beihilfe zur illegalen Einwanderung

Vier Tage später lief die Sea-Watch 5 mit 166 Migranten im süditalienischen Brindisi ein. Nach Auswertung der Aufnahmen leitete die italienische Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts der Beihilfe zur illegalen Einwanderung ein.

Nach italienischen Medienberichten richtet sich das Verfahren gegen den niederländischen Kapitän Anne van Dam. Auf den Vorwurf stehen in Italien im Falle einer Verurteilung bis zu 20 Jahre Haft.

Sea-Watch weist Vorwürfe zurück

Politisch lösten die Aufnahmen ebenfalls Reaktionen aus. AfD-Chefin Alice Weidel sowie FPÖ-Politikerin Petra Steger griffen den Fall in sozialen Netzwerken auf.

Sea-Watch weist die Vorwürfe jedoch entschieden zurück. Die Organisation erklärte sinngemäß, aus einem Video lasse sich keine eindeutige Schuld ableiten. Zugleich betont die NGO, Seenotrettung sei eine völkerrechtliche Pflicht.

Darüber hinaus wirft Sea-Watch der deutschen Bundesregierung und der Europäischen Union vor, libysche Akteure über Frontex seit Jahren politisch, finanziell und operativ zu unterstützen, obwohl Gewalt gegen Schutzsuchende dokumentiert sei.

Nach Angaben der Organisation sei die Sea-Watch 5 sowohl im September 2025 als auch im Mai 2026 mehrfach bedroht, bedrängt und beschossen worden. Zudem hätten libysche Milizen im Mai damit gedroht, das Schiff zu entern und Besatzung sowie Schiff nach Libyen zu verschleppen.

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