Leichen von 120 jungen Männern in Österreich entdeckt

Auf einer Baustelle in Oberösterreich wurden bisher die Überreste von 120 jungen Männern entdeckt. Woher sie stammen, ist unklar. Die Details.

Was mit einem einzelnen Knochenfund begann, entwickelte sich zu einer außergewöhnlichen Entdeckung. Auf einer Baustelle in Ranshofen stießen Archäologen in den vergangenen Wochen auf insgesamt neun Massengräber mit den sterblichen Überresten von 120 jungen Männern.

Ins Rollen kam alles, nachdem ein spielendes Mädchen auf dem Gelände zufällig einen Knochen gefunden hatte. Seither laufen archäologische Untersuchungen, die selbst die Experten überraschen.

“Außergewöhnlicher Fund”

“Es ist ein außergewöhnlicher Fund. Er ist österreichweit oder sogar in ganz Mitteleuropa einzigartig. Wir haben selber nicht damit gerechnet”, sagt Projektleiterin Michaela Binder von der Firma Novetus zur “Kronen Zeitung”.

Die Toten wurden laut den Archäologen offenbar ohne erkennbare Ordnung bestattet. “Es handelt sich um ausschließlich junge Männer. Sie liegen teilweise am Bauch, Kopf zu Fuß oder auf der Seite. Sie wurden also nur hineingeworfen. Nach jetzigem Stand haben wir auf einer Fläche von rund 150 Quadratmetern 120 Personen gefunden”, erklärt Binder der “Krone”.

Nach derzeitigem Stand stammen die Überreste aus der Zeit der Franzosenkriege Anfang des 19. Jahrhunderts. Gleichzeitig gehen die Experten inzwischen davon aus, dass die Männer nicht bei Kampfhandlungen ums Leben kamen.

“Vor Tod Unterschenkel amputiert”

“Wir haben keine Hinweise, wie sie zu Tode gekommen sind – es gibt keine Schussverletzungen. Einem Mann wurde aber kurz vor seinem Tod der Unterschenkel amputiert”, sagt die Archäologin gegenüber der Tageszeitung. Deshalb könnte es sich um ein Lazarett oder ein Feldlager gehandelt haben.

Die Grabungen sollen noch in dieser Woche abgeschlossen werden. Danach werden die Knochen gereinigt und umfassend untersucht. “Aktuell ist noch schwer zu sagen, wer und von wo die Männer sind”, hofft Binder auf Antworten.

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